Alle Jahre wieder im Sommer gibt es Zeugnisse! Irgendwann kommt das Jahr, in dem es ernst wird und du genau dieses eine Zeugnis für deine Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz benötigst. Was ist aber, wenn genau dieses ein schlechtes Zeugnis ist, du insgesamt einen schlechten Schnitt hast oder maximal mittelmäßige Noten in den Hauptfächern hast? Zwei Dinge solltest du dir bevor du mit dem Verschicken der Bewerbungen beginnst unbedingt genauer überlegen.

 

  1. Auf welche Berufe möchte ich mich bewerben?

Versuche hierbei realistisch einzuschätzen, ob du die entsprechenden Voraussetzungen für den Beruf mitbringst. So kannst du frühzeitig deine Erfolgschancen richtig einordnen und ggf. alternativ Berufe in deinen Bewerbungsprozess aufnehmen.

 

  1. Wie formuliere ich mein Anschreiben?

Um trotz eines schlechten Zeugnisses zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, musst du mit deinem Anschreiben punkten und überzeugen.

 

 

Tipps bei der Wahl der Berufe

 

Schau dir zunächst nochmal genau an, in welchen Fächern du Schwierigkeiten hast und welche Fächer dir eher liegen. Schreibe diese am besten auf. Wenn du dich nun über die verschiedenen Berufe informierst, kannst du abgleichen, welche Themen und Fächer für den Beruf besonders wichtig sind und wo die Schwerpunkte liegen. Ein weiterer wichtiger Anhaltspunkt bei der Entscheidung, ist der Schulabschluss, der in dem Beruf überwiegend vorausgesetzt wird. Um diese Fragen zu beantworten, findest du eine gute Übersicht in den Steckbriefen zu den einzelnen Berufen auf der Seite Berufenet der Agentur für Arbeit.

Wenn du an dieser Stelle schon merkst, dass es in deinem Wunschberuf möglicherweise schwer werden könnte einen Ausbildungsplatz zu bekommen, ist es gut einmal nach links und rechts zu schauen. Welche Berufe gehören zum Beispiel noch zu der Berufsgruppe und sind die Anforderungen hier vielleicht geringer.

Eine weitere Möglichkeit ist, sich nochmal die eigenen Stärken, Fähigkeiten und Interessen aufzuschreiben und auf Grundlage dessen, nochmal ganz neu an die Berufswahl heranzugehen. Welche Berufe könnten noch zu dir passen und in Frage kommen? Versuche dir einen Plan B, C und bestenfalls sogar D zu schaffen. So erhöhst du deine Chancen am Ende deiner Bewerbungsphase auch wirklich einen Ausbildungsvertrag zu unterschreiben. Wichtig ist einfach, dass du dich und deine Fähigkeiten realistisch einschätzt. Gespräche mit Freunden, Bekannten und Lehrern können hier hilfreich sein, frag doch mal, welchen Beruf diese sich für dich vorstellen könnten und vor allem warum.

 

Tipps für das Anschreiben

 

Auch wenn dein Zeugnis nicht gut ist, gilt für das Anschreiben: einen durchgängig positiven Grundton behalten! Das heißt, versuche deine vorhandenen Qualifikationen in den Vordergrund zu rücken.

Ein absolutes No-Go ist es, einen Schuldigen für deine schlechten Noten zu suchen. Gib die Verantwortung dafür, also sowohl im Bewerbungsanschreiben, als auch im Vorstellungsgespräch, nie an die Schule, den Lehrer oder sonstige außenstehende Personen ab. Das wirkt unreif und kann negativ aufgefasst werden.

Ebenfalls ein No-Go ist es, die Bewerbung ganz ohne das entsprechende letzte Zeugnis zu verschicken. Das bringt dich in der Regel überhaupt nicht weiter, da deine Bewerbung so möglicherweise sofort aussortiert wird oder du wirst kontaktiert und gebeten, deine Bewerbungsunterlagen zu vervollständigen.

Im Gegenteil, du solltest die Thematik andersherum angehen und schauen, ob es in deiner Umgebung Menschen aus der Schule, aus deinen Hobby oder eventuellen Nebenjobs gibt, die dir als Reverenzperson positive Eigenschaften schriftlich bestätigen. Damit kannst du deine Bewerbungsunterlagen aufwerten und hast zusätzliche Argumente, die für dich sprechen.

 

Auch für das Anschreiben, solltest du genau schauen in welchen Fächern du schlechte Noten mitbringst. Sind es Fächer, die für die von dir gewählten Berufe Schlüsselfächer sind oder handelt es sich eher um Nebenfächer? Bei Nebenfächern ist es natürlich nicht so tragisch, wie in den Schlüsselfächern. Vielleicht ist es aber dennoch so, dass du dich z.B. für einen kaufmännischen Beruf interessierst, auf deinem Zeugnis aber in Mathe oder Deutsch eine 5 steht. In dem Fall handelt es sich um die absoluten Schlüsselfächer für diese Berufe. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du im Bewerbungsschreiben damit umgehen kannst:

  • Weise auf den Fortschritt im aktuellen Schuljahr hin, sofern dieser vorhanden ist.
  • Betone spezielle Themen/Fähigkeiten in dem betreffenden Fach, die in der Gesamtnote nicht wiedergespiegelt werden.
  • Weise auf andere relevante Fächer hin, in denen du besser bist.
  • Weise auf Praktika und Nebenjobs hin, in denen du deine Fähigkeiten bereits beweisen konntest (am besten in Verbindung mit einem Prakikumsnachweis in deinen Bewerbungsunterlagen).

 

Schlechtes Zeugnis Supertipp

 

Vielleicht merkst du sogar schon frühzeitig, dass es bestimmte Fächer gibt, in denen du Schwierigkeiten hast. Weißt aber gleichzeitig auch, dass du auf jeden Fall eine Ausbildung in einem ganz bestimmten Beruf absolvieren möchtest. Ist das der Fall, so kannst du schon frühzeitig durch zusätzliche freiwillige Praktika versuchen deine Bewerbungsunterlagen aufzuwerten. Warum Praktika so wichtig sind kannst du in diesem Blogbeitrag nachlesen.

Nutze auf jeden Fall auch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, bestenfalls schon vor Beginn deines Bewerbungsprozesses. Hier erhältst du zusätzlich zur Hilfe bei der Berufsorientierung wichtige Hinweise z.B. zum regionalen Ausbildungsangebot in den verschiedenen Berufen. Auch von solchen Faktoren hängen schließlich deine Chancen auf einen Ausbildungplatz ab.