Das Bewerbungsanschreiben ist wohl das wichtigste Dokument in deiner Bewerbungsmappe, es ist der Türöffner in das Unternehmen, hiermit musst du überzeugen!

 

Tipps

Das wichtigste ist, dass dein Bewerbungsschreiben so individuell wie möglich ist. Der Leser soll erfahren, wer du wirklich bist und was dich ausmacht. Kopierte Sätze aus dem Internet oder aus Musterbewerbungen können das leider nicht leisten. Natürlich können sie dir Anregungen geben und bei der Erstellung deines ersten Anschreibens eine große Hilfe sein, dennoch solltest du versuchen dein eigenes Ding zu machen.

Bei jeder Bewerbung, die du verschicken möchtest kannst du dir zur Vorbereitung für dich selbst zwei Fragen stellen:

  1. Warum möchte ich genau diesen Beruf erlernen?
  2. Warum möchte ich eine Ausbildung in diesem Unternehmen absolvieren?

Diese zwei Antworten, nehmen schon den größten Teil deines Bewerbungsanschreibens ein. Denn es ist wirklich unglaublich wichtig, dass deine Motivation rüberkommt. Wenn du ein starkes „WARUM“ hast – also eine Starke Begründung für deine Bewerbung bei dem entsprechenden Unternehmen – und das bei dem Unternehmen auch ankommt – kann das schon die halbe Miete. Da das Bewerbungsanschreiben in der Regel nicht länger als eine Seite sein soll, hast du davon schon viel gefüllt, wenn du diese beiden Fragen präzise beantwortest.

Die Formulierung in deinem Bewerbungsanschreiben sollte positiv sein, zeig was für dich spricht und nicht was gegen dich sprechen könnte. Bleib dabei aber immer bei der Wahrheit und versuche dich authentisch darzustellen. Versuche außerdem Konjunktive wie „könnte oder würde“ zu vermeiden, besser klingt „ich kann, ich werde“.

Aufbau Bewerbungsanschreiben

Oberer Seitenbereich
  • Absender: hier sind dein Name, deine Adresse und falls du kein Deckblatt hast, auch deine Telefonnummer und dein Email Adresse aufgeführt. Informationen zum Deckblatt findest du in diesem Beitrag.
  • Empfänger: hier finden sich der Name des Unternehmens, falls vorhanden der Ansprechpartner, an den die Bewerbung gehen soll sowie die Adresse des Unternehmens.
  • Ort und Datum stehen rechtsbündig unter den Empfängerdaten.
  • In der Betreffzeile, die fett geschrieben wird, führst du auf für welchen Ausbildungsplatz du dich bewirbst und zu wann. Achte hier unbedingt auf die richtige Berufsbezeichnung!
Hauptteil

Dieser startet mit der Anrede, in der Regel ist das „Sehr geehrte Damen und Herren“, wenn in der Stellenausschreibung ein konkreter Ansprechpartner genannt wurde, dann sprichst du diesen natürlich direkt an, also „Sehr geehrter Herr Mustermann“ bzw. „Sehr geehrte Frau Mustermann“.

Im Hauptteil ist bereits der erste Satz wichtig, um das Interesse bei dem Leser zu wecken. Versuche also auch hier auf Standartsätze und Internetphrasen zu verzichten, sondern formuliere deinen eigenen Satz. Ein direkter Einstieg mit deinen schulischen Leistungen, praktischen Erfahrungen oder einen Mix aus mehreren Qualifikationen kann hier super sein, diese kannst du dann im weiteren Verlauf des Bewerbungsanschreibens detaillierter ausführen.

Bei der Beantwortung der Frage, warum du genau diesen Beruf erlernen möchtest, solltest du auf allgemeine Aussagen verzichten. Anstatt z. B. einfach zu schreiben „die Aufgaben reizen mich sehr“, kannst du genau aufführen, welche Aufgaben oder Inhalte dich konkret reizen und vor allem warum.

Im nächsten Schritt beschreibst du deine Soft Skills, also was deine Persönlichkeit auszeichnet bzw. wo deine Stärken liegen. Ganz wichtig – nenne immer konkrete Beispiele für deine Stärke, das können Dinge aus der Schule, von einem Hobby, aus ehrenamtlichen Tätigkeiten oder aus Nebenjobs usw. sein.

Beispiele hierfür sind:

  • Kapitän in deiner Fußballmannschaft = Teamfähigkeit
  • Nachhilfeunterricht geben = Verantwortungsbewusstsein und Geduld
  • Nebenjob in der Gastronomie = Zuverlässigkeit,  arbeiten unter Stress

Bei der Aufzählung der Stärken gilt Qualität vor Quantität. Suche dir lieber zwei bis drei Stärken aus, die du gut belegen kannst, als in einem Satz einfach zehn davon hintereinander aufzuzählen. Achte außerdem darauf, dass die Sträken, die du aufgezählt hast in dem Beruf auch gefordert werden.

In den Hauptteil gehört zusätzlich die Antwort auf die Frage, wieso du dich genau bei diesem Unternehmen bewirbst, beschreibst also warum du deine Ausbildung genau in diesem Unternehmen machen möchtest.

Schlussteil

Im letzten Satz bittest du um eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, denn das ist es ja, was du mit deinem Bewerbungsanschreiben erreichen möchtest. Eventuell folgt hier auch der Hinweis auf ein freiwilliges Praktikum, falls du diese mit anbieten möchtest. Deine Bewerbung endet mit der Verabschiedung „Mit freundlichen Grüßen“ sowie deiner Unterschrift.

 

Feinarbeit

Einmal geschrieben sollte deine Bewerbung keine Massenbewerbung sein. Natürlich gibt es Teile des Bewerbungsanschreibens, die weniger Anpassung bedürfen, wie z. B. der Absatz in dem du deine Stärken beschreibst. Dagegen muss der Absatz, indem du die Frage beantwortest, warum du deine Ausbildung in genau diesem Unternehmen absolvieren willst, unbedingt jedes Mal individuell auf das Unternehmen angepasst werden. Wenn dir hierfür die Ideen fehlen, schau dir z. B. die Homepage des Unternehmens genauer an, was spricht dich hier besonders an? Auch das genaue lesen der Stellenanzeige kann dabei hilfreich sein. Vielleicht hast du das Unternehmen sogar schon einmal auf einer Ausbildungsbörse gesehen oder mit den Mitarbeitern am Stand schon ein Gespräch geführt, auch das kannst du an dieser Stelle gut einbringen. Wenn du über Freunde oder Bekannte gutes über das Unternehmen gehört hast, kann das ebenso ein guter Grund dafür sein, warum du dich bei dem Unternehmen bewirbst.

Nachdem du dein Bewerbungsanschreiben immer wieder verbessert und verändert hast, kommt der Punkt, an dem es dir in der Form erstmal gefällt. Jetzt ist es wichtig sich andere Meinungen einzuholen und das Anschreiben nach Rechtschreibfehlern zu untersuchen! Lass es also von möglichst vielen Leuten lesen und dir ein Feedback geben. Eltern, Bekannte, Lehrer oder Berufsberatern können dich unterstützen und sehen vielleicht Fehler, die du selbst einfach nicht mehr erkennen konntest, weil du dich schon lange mit diesem Anschreiben auseinandersetzt.

Beim Schreiben des Bewerbungsschreibens gilt wie auch beim Verschicken der Bewerbungen – bleib dran! Auch wenn es mühselig sein kann, ist es wichtig, dass du dein Ziel im Auge behältst und motiviert bleibst, damit du das Ziel einer Ausbildung auch wirklich erreichst.