Shoppen vom Sofa aus: wohl kaum jemand, der noch nicht online Klamotten, Bücher, Elektronik oder ähnliches bestellt hat. Der Online-Handel wird immer wichtiger, die Umsätze wachsen derzeit Jahr für Jahr zweistellig. Auch immer mehr Händler vor Ort nutzen das Internet, um ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen; und das müssen sie auch, um mit den Großen mithalten zu können.

Das veränderte Kaufverhalten der Kunden bringt auch veränderte Anforderungen an die Händler mit sich. Die derzeit verfügbaren Ausbildungsberufe passen nicht hundertprozentig, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Und hier kommen demnächst die Kaufleute im E-Commerce ins Spiel. Sie sorgen dafür, dass Händler im Online-Sektor innovativ bleiben; sie konzeptionieren das Waren- und Dienstleistungsangebot, wählen die passenden Vertriebskanäle aus, machen das Online-Marketing, suchen die passenden Bezahlsysteme aus, achten auf die Einhaltungen der rechtlichen Bestimmungen und einiges mehr. Kurz: sie sind die Allrounder für den E-Shop.

Ausgebildet werden können die Kaufleute im E-Commerce in Unternehmen, die im Online-Handel tätig sind. Das muss nicht nur der Handel sein, auch andere Bereiche wie die Tourismusbranche, Banken, Versicherungen und Zeitungs-/Buchverlage können diesen Beruf ausbilden.

Was man mitbringen sollte, wenn man sich für diese Ausbildung interessiert? Rein rechtlich gesehen gibt es (wie bei allen Ausbildungsberufen) keine bestimmten Voraussetzungen, die man mitbringen muss. Der Betrieb entscheidet, welche Vorbildung man mitbringen muss. Wichtig wären aber generell guten Noten in Deutsch, Englisch und Mathematik. Darüber hinaus sollte man eine gewisse Begeisterung für Onlinetrends und technische Innovationen sowie Interesse an betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen und rechtlichen Vorgaben haben. Ein gewisses analytisches und logisches Denkvermögen ist ebenfalls sehr von Vorteil.

Die Ausbildung ist dual, erfolgt also im Betrieb und in der Berufsschule. Dauer ist drei Jahre, bei entsprechender Eignung kann die Ausbildung aber auch verkürzt werden. Die Möglichkeiten danach sind durchaus attraktiv: fertige E-Commerce-Kaufleute können in allen Unternehmen arbeiten, die Waren und Dienstleistungen im Internet anbieten und vertreiben, oder sie können Unternehmen beim Aufbau einer E-Commerce-Strategie unterstützen. Und danach geht´s noch weiter: mit einer passenden Weiterbildung, beispielsweise zum Handelsfachwirt, Fachwirt für Marketing oder Betriebswirt steht der Karriere nichts mehr im Wege. Geplant ist außerdem, dass man sich dennächst auch zum Fachwirt für E-Commerce weiterbilden kann.

Der Handelsverband Deutschland hat ein paar Infos zu dem neuen Berufsbild auf ihrer Homepage, unter anderem ein PDF mit den Antworten zu den wichtigsten Fragen und ein Video:

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